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Burgen und ihre Geschichte

Burggeschichte von Linden

Die Ursprünge der Besiedlung gehen auf eine Schenkung Karls des Großen an das Kloster Metten, mit einem damit verbundenen Auftrag zur Rodung des Nordwaldes im 9. Jhd. zurück.
Seit dem 12. Jhd. steht das Schloss Linden. Von den Grafen von Bogen errichtet, fiel die Anlage nach dessen Aussterben an die Wittelsbacher Herzöge. Die bayerischen Herzöge verpfändeten sie 1308 an die Degenberger, um ihre stete Geldnot zu lindern.
Im Böcklerkrieg fanden die Degenberger 1469 ein zwischenzeitliches Ende als der Wittelsbacher Herzog Albrecht IV. in den Bayerischen Wald zog und Burg um Burg einnahm.

Im 16. Jdh. wurden die Degenberger erneut die Herren auf Linden. Bereits damals besaß das Schloss große wirtschaftliche Gebäude, denn dort wurde gebraut. Das Schloss hatte nicht nur das gewöhnliche Braurecht, sondern auch das Monopol auf das Brauen von Weißbier in dieser Gegend. Das Braurecht verlor Linden erst später an Viechtach. Dort wurde die heute noch bestehende Gesellschaftsbrauerei Viechtach gegründet.
Die Linie der Degenberger starb 1602 aus und wieder einmal waren die Wittelsbacher Besitzer von Linden.
Wie so viele Burgen, wurde auch Linden im Dreißigjährigen Krieg beschädigt und zum Großteil von den Schweden zerstört.

Seit 1761 befindet sich die Burg im Besitz der Familie Hollmayr und damit in bürgerlichen Händen.
Etwas später war in der heutigen Bauernstube eine Schule eingerichtet. Bis zu 50 Kinder wurden zu Beginn des 19. Jhd. in Linden unterrichtet.

1998 fand eine Generalsanierung statt. Der Bergfried von Schloss Linden ist nur noch eine Ruine. Besteigen kann man ihn aus Sicherheitsgründen nicht.

Von Patersdorf aus kann man die Ruine mit Wanderweg Nr. 21 und 22 erreichen.


Burganlage Altnußberg

Weithin sichtbar thront die Burg auf dem 673 Meter hohen Nußberg nordöstlich des Ortes Altnußberg. Seit dem 12. Jhd. steht die Burg dorf oben, jedoch nach ihrer Zerstörung im Jahr 1469 über 500 Jahre unentdeckt tief unter der Erde.

Auch Altnußberg wurde 1469, wie schon das Schloss Linden, nach kurzem Kampf an Herzog Albrecht den IV. übergeben. Er ließ die Festung schleifen und so wurde die größte Wehranlage des Bayerischen Waldes dem Erdboden gleich gemacht. Die Burg Neunußberg (nächster Bericht) wurde indes nicht zerstört. Sie mussten sie aber an die Wittelsbacher verkaufen und erhielten dafür das Schloss Linden.
1474 erreichte Hans von Degenberg einen Waffenstillstand und erhielt alle Recht und Liegenschaften zurück. Lediglich die Stammburg Degenberg und die Burg Altnußberg durften nicht wieder aufgebaut werden. So versank diese für ein halbes Jahrhundert im Wald.

Erst 1983 wurde die Ruine freigelegt und der Bergfried wieder aufgebaut. Bei den Grabungsarbeiten kamen nicht nur die Mauern zum Vorschein, sondern auch ein Vielzahl von Fundstücken. Unmengen an Scherben, Armbrustbolzen, Ofenkacheln, Werkzeuge, Schmuck, Münzen und sogar einige Glasfunde. Diese kann der Besucher im Burgmuseum anschauen.

Für Gruppen werden Führungen nach Anmeldung angeboten und für Einzeltouristen gibt es Audioguides, die zu den Öffnungszeiten ausgeliehen werden können. Die Burg selber ist den ganzen Tag zu besichtigen und frei zugänglich.

Jedes Jahr veranstaltet der Burgverein ein großes Burgfest. Und Heiraten kann man mittlerweilen auch dort, was sich großer Beliebtheit erfreut.

Der Blick aus der Spitze des Bergfrieds bietet dem Besucher ein atemberaubendes Panorama.

 

Burganlage Neunußberg

Seit Mitte des 14. Jhd., von den Nußbergern erbaut, um etwas Eigenes zu haben, war die Burg nach dem Aussterben der Nußberger 1569 unbewohnt und dem Verfall preis gegeben.
Von der Ruine stehen heute noch der Bergfried, Teile der Mauer, die Schlosskapelle und der Brunnen. Die Ringmauer ist etwa vier bis fünf Meter hoch und umschließt den Wohnturm. Dieser mächtige fast quadratische Bau mit einer Höhe von rund 25 m Höhe enthält vier Geschosse. Über einen Treppengang aus Holz, der sich an der Innenseite der Mauer entlang windet, lässt sich die Turmzinne besteigen.
Etwas vorgelagert befindet sich die Schlosskapelle St. Michael. Hans der Nußberger erbaute sie. 1716 erfolgte eine Erweiterung. Die Gemälde im Inneren stammen, wie die Barockgestaltung, aus dem frühen 18. Jhd.
Über 300 Jahre war die Ruine sich selbst überlassen, bis 1939 der Viechtachter Wald-Verein im Besitz der Burg war, und die ersten Renovierungen wurden.

Die Ruine ist frei zugänglich und jederzeit zu besichtigen. Seit 1968 veranstaltet der Burgfestspielverein seine Festspiele im Schatten des Bergfrieds.

Vorbei an Schönau (bei Viechtach) führt der Weg bis auf 710 Meter. Dort auf dem Gipfel einer Bergkuppe östlich von Viechtach hoch über dem Regental, liegt die Burg Nußberg.