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Der Pandurensteig

Die Panduren
Zur Zeit des Österreichischen Erbfolgekrieges fiel 1742 ein Pandurenkorps von 1000 Freischärlern als Vorhut der Armee der österreichischen Kaiserin Maria Theresia in Bayern ein. Unter ihrem Führer Franz Freiherr von der Trenck, einer der schillerndsten Figuren der deutschen und österreichischen Geschichte, zogen Söldner aus slawischen Ländern, gut bewaffnet und abenteuerlich gekleidet, durch das bayerische Waldgebirge ihre blutige Spur: Wer zeitgenössische Berichte liest, kann heute noch das Grauen verspüren, das die Panduren hervorriefen.

Der Pandurensteig
Nach nun 250 Jahren ist die Erinnerung kaum noch schreckhaft, und so konnten die Trenck´schen Panduren ihren Namen einer der schönsten Wanderstrecken Deutschlands ausleihen.

Ihr Krummsäbel wurde zum Markierungszeichen, das den Wanderer auf einer abwechslungsreichen Route durch die Mittelgebirgslandschaft des Bayerischen Waldes führt.

Dabei verbindet der Pandurensteigzwei beliebte Wanderrouten:
Pfahlwanderweg und Ilztalwanderweg. Auf dem Pfahlwanderweg zwischen Thierlstein und Weißenstein tritt der Pfahl, ein rund 150 km langer Quarzgang, der weltweites Ansehen als geologisches Naturdenkmal genießt, an zahlreichen Stellen eindrucksvoll in Erscheinung: bei der "Teufelsmauer" bei Cham, im Naturschutzgebiet "Großer Pfahl" bei Viechtach, bei der auf Pfahlfelsen erbauten Burgruine Weißenstein.

Über die waldreiche Berglandschaft im Vorfeld des Nationalparks Bayerischer Wald gelangt der Pandurensteig an die Ilz, die den Wanderer durch ein wildromantisches naturnahes Flusstal nach Passau führt.

1. Tag: Waldmünchen – Cham 23 km, ca. 6 Stunden
Die Wanderung startet in Waldmünchen, wo in Erinnerung an die Bedrohung der Stadt durch die Panduren jährlich in den Monaten Juli und August das berühmte Freilichtspiel "Trenck der Pandur vor Waldmünchen" aufgeführt wird. Durch das idyllische Bergland des Naturparks Oberer Bayerischer Wald geht die Tour mit vielen großartigen Aussichten in die Stadt Cham, die beim Angriff der Panduren 1742 in Flammen aufging.

2. Tag: Cham – Prackenbach 32 km, ca. 8 Stunden bis Pfahlhof 23 km, ca. 5 Stunden
Hinter der Chamer Stadtmauer (Biertor) überquert man den Regenfluss und wandert durch die Chamer Senke, vorbei am Vogelschutzgebiet Rötelseeweiher.
Die Burg Thierlstein (Privatbesitz) markiert den Beginn des Pfahls, entlang dessen Höhengrat romantische Pfadedurch die charakteristischen Eichen-Kiefernwälder mit alten  Quarzbrüchen, Quarzfelsen und -wänden führen. Wem die Strecke bis Prackenbach zu weit ist, der kann auch in Pfahlhof übernachten.

3. Tag: Prackenbach – Patersdorf 18 km, ca. 4 Stunden, ab Pfahlhof 27 km, ca. 7 Stunden
Die heutige Wanderung ist geprägt von malerischen Fußpfaden entlang des Pfahls, der auf großen Strecken als weißer Fels hoch empor ragt. Die Naturschutzgebiete "Moosbacher Pfahl", "Großer Pfahl", "St. Antonius Pfahl" und "Hofpfahl" mit ihren beeindruckenden Quarzformationen sind die Höhepunkte der Etappe.

4. Tag: Patersdorf – Rinchnach 24 km, ca. 6 Stunden
In stetigem Auf und Ab führt der Pandurensteig entlang der Kiefernwälder und Quarzsteinbrüche des Pfahls und dazwischen immer wieder durch liebliches offenes Wiesen- und Weideland mit bezaubernden Ausblicken. Vom Tal der Wolfersteiner Ohe geht es steil hinauf zur Ruine Weißenstein (210 Höhenmeter Aufstieg), deren Burgturm eine einzigartige Rundumsicht über das Bergland des Bayerischen Waldes bietet.
 
Hier verlässt der Pandurensteig den Pfahl und erreicht die Keimzelle der Besiedelung des Mittleren Bayerischen Waldes, den Klosterort Rinchnach.

5. Tag: Rinchnach – Spiegelau 17 km, ca. 4 Stunden
Nach einem kurzen Stück durch offene Kulturlandschaft geht die heutige Tour durch ausgedehnte Bergwälder über den Felsgrat des Wagensonnriegels mit herrlicher Aussicht (Aufstieg 310 Höhenmeter) nach Klingenbrunn (Abstieg 140 Höhenmeter) und in den Glasmacherort Spiegelau.

6. Tag: Spiegelau – Perlesreut 26 km, ca. 6 Stunden oder Spiegelau – Haus i. Wald 22 km, ca. 5 Stunden
Diese abwechslungsreiche "Berg- und Talwanderung" führt durch die stark reliefierte Hügellandschaft des Bayerischen Waldes. Romantische Bergbachtäler wechseln mit aussichtsreichen Höhenrücken, ausgedehnte Wälder mit bäuerlicher Kulturlandschaft und einer Vielzahl von Dörfern, Einzelhöfen und Mühlen. Der Pandurensteig gabelt sich bei Eiblöd in zwei Varianten: Variante 1 über Heinrichsreit nach Perlesreut ist etwas länger als Variante 2 nach Haus i. Wald.

7. Tag: Perlesreut – Fürsteneck 15 km, ca. 3 Stunden oder Haus i. Wald – Fürsteneck 16 km, ca. 4 Stunden
Von Perlesreut oder Haus i. Wald gelangt man durch Hügellandschaft mit beeindruckenden Aussichten hinunter ins Ilztal. Von dem Naturschutzgebiet "Ilz am Dießenstein" folgt der Pandurensteig (von hier bis Passau identisch mit dem Ilztalwanderweg) dem wildromantischen, ursprünglichen Flusstal durch Hangwälder und Auwiesen. Über die Ausflugswirtschaft Schrottenbaummühle erreicht man dann die Burg Fürsteneck.

8. Tag: Fürsteneck – Hals/ Passau 19 km, ca. 4 Stunden
Auf dieser leichten und wunderschönen Wanderung durch das Ilztal erzählen zahlreiche Informationstafeln von der Ökologie und den kulturellen Sehenswürdigkeiten entlang des Flusses.

Ab Kalteneck besteht die Möglichkeit, links oder rechts der Ilz nach Hals zu wandern, wobei der Wanderweg am rechten Ufer kürzer ist und weniger Höhenunterschiede überwindet. Von dem idyllischen Städtchen Hals kann man das Passauer Zentrum mit dem Linienbus oder zu Fuß (von der Kirche dem grünen Dreieck folgend bis zur Ilzstadt, dann rechts durch den Tunnel und über die Donaubrücke) erreichen.

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