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Pfarrkirche St. Martin

Das Gotteshaus wurde vermutlich im 9. Jahrhundert errichtet. Der Patron St. Martin von Tours weist auf diese Zeit hin. Von ihm erzählen das Altarbild, die Mantelteilung im Altarraum, die Heilung eines Blinden und eines Besessenen und Martins Sterbestunde. Erst am 30.04.1393 findet man in einer Verkaufsurkunde: Das "Lehen zu Teisnach dem lieben St. Martin" verkauft.

Bereits 1615 waren die Pestbruderschaften entstanden und daraus entwickelten sich Wallfahrten zu den Pestheiligen. Allen voran war St. Sebastian, der zweite Patron der Kirche, ein Ansprechpartner für die Nöte, Sorgen und Ängste der Menschen. Sebastian war im 3. Jahrhundert Befehlshaber der kaiserlichen Leibgarde. Wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus wurde er zum Tode verurteilt, überlebte aber die Pfeilschüsse der Soldaten des Kaisers Diokletian. Wieder genesen stellte er den Kaiser wegen der Christenverfolgung zur Rede. Daraufhin wurde er erschlagen. Besonders beeindruckend ist der ehemalige Bruderschaftsaltar, der linke Seitenaltar aus Stuckmarmor. Fachleute schätzen in als eine für damalige Zeiten unerschwingliche Kostbarkeit. Auch die im Chorbogen angebrachte Inschrift weist auf das Jahr 1722 (lateinische Zahlen in Rot) auf den Pestheiligen Sebastian hin:

Mit Gottes gütigen Beistand und den frommen Gaben für den Hl Sebastian wurde ich auf diese Weise ausgeschmückt.

Besonders in den Jahrhunderten, in denen die Pest unweigerlich zu Tod führte, suchten die Menschen Zuflucht, Trost, Hilfe Gottes und Errettung aus jäher Todesgefahr. Sebastian sollte sie schützen vor den "heimtückischen Pfeilen der Pest". In der Sebastianibruderschaft weihten sich die Männer dem hl. Sebastian und verpflichteten sich zu Gebet, Sakramentenempfang und gegenseitiger Hilfe. Der große Festtag war das Hochfest des hl. Sebastian am 20. Januar. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein hatte die Bruderschaft Bestand. Heute wallfahren immer noch Gruppen aus Schwarzach bei Langdorf und "die Moitzerlitzer" aus Regen nach Patersdorf.

An der linken Seitenwand sind zwei Heilige dargestellt, die auf die Not in den Zeiten der Pest hinweisen.: Kamillus von Lellis, der sich "Diener aller Kranken" nannte und Karl Borromäus, Kardinal von Mailand, ebenfalls ein Fürbitter in der damaligen Gefährdung des Lebens durch die Pest.

Die Bilder des Hochaltares, des Sebastianialtares und wahrscheinlich auch die Fresken wurden vom Hofwirt in Aicha an der Donau (gegenüber von Niederaltaich) Joseph Rauscher (1683 bis 1744) gemalt und mit dem Jahr 1722 datiert. Der Hochaltar mit vier Figuren wurde nach heutigen Wissensstand von dem Kötztinger Künstler Paul Hager gestaltet. (Sein bekanntestes Werk ist die sehenswerte "Fischerkanzel" in der Wallfahrtskirche Weißenregen bei Kötzting.) Eine Kirche ist aber nicht nur eine Sehenswürdigkeit. Sie ist ein Glaubenszeugnis der Menschen in unserem Ort. Mit Jakob bekennen wir: "Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor zum Himmel." (Gen. 28,17)

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